Wandern sensible Daten über 68 Millionen Deutsche demnächst an ausländische Investoren? Die Schufa steht zum Verkauf, und zu den Bietern gehört der schwedische Finanzinvestor EQT. Das Unternehmen würde mit dem Deal die Hoheit über mehr als eine Milliarde Datensätze erhalten. Verbraucherschützer laufen Sturm gegen die nun bekanntgewordenen Pläne, das Bundeskartellamt hingegen hat scheinbar keine Bedenken.
Die Kartellwächter haben sich die mögliche Übernahme durch EQT angesehen und nun grundsätzlich grünes Licht gegeben. Die Finanzinvestoren können also ihren Plan weiterverfolgen und weitere Anteile an der Schufa kaufen. Erklärtes Ziel ist eine Komplettübernahme. Allerdings sind nicht nur Verbraucherschützer gegen die Pläne, sondern auch Akteure mit deutlich mehr Finanzkraft: Banken und Sparkassen, die eigene Anteile an der Schufa halten, wollen ihrerseits ein Angebot zum Erwerb der Anteile abgeben.
Ins Rollen gebracht wurde der Investorenwettstreit durch die französische Bank Société Générale. Sie hielt bislang einen zehnprozentigen Anteil an der Schufa, den sie nun versilbern will. Käufer ist der Finanzinvestor EQT, der dem Vernehmen nach rund 200 Millionen Euro bezahlen will. Der Gesamtwert der Schufa würde damit auf gut zwei Milliarden beziffert. Zu den bisherigen Eigentümern gehören unter anderem die Deutsche Bank und die Commerzbank sowie Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Insbesondere deren Vertreter betonen das große strategische Interesse an der Schufa und erklären, dass sie ihre Anteile nicht verkaufen wollen. Sie wollen im Gegenteil weitere Schufa-Anteile kaufen und so deren Verbleib in Deutschland langfristig sichern.
Wer am Ende die Nase vorn hat, ist aktuell völlig offen. Es dürfte aber bereits jetzt feststehen, dass für den Sieg im Bieterstreit hohe Summen erforderlich sein werden. Die Verbraucher, mit deren Daten hier gehandelt wird, haben natürlich keinerlei Mitspracherecht – sie können nur hoffen, dass ihre höchst persönlichen Finanzdaten auch in Zukunft vor Missbrauch geschützt bleiben.